Das sind wir

Unser Werdegang bis März 2010

 

Wenn wir darüber nachdenken, wie wir vom Halter zum baldigen Züchter „mutieren“, sind wir oftmals selbst sehr überrascht. Denn eigentlich begann, wie fast immer, alles ganz harmlos.

Wir haben mit 2 Wellensittichen als Abgabetiere begonnen. Damals, es war im Winter 2007, haben wir aber noch nicht daheim gesessen und jeden Tag von Neuem gebrabbelt: „Wir wollen Wellensittiche, wir wollen Wellensittiche…..“ Dann haben wir aber kurz nach Weihnachten 2 übernommen, die Umstände warum es so war, spielen auch gar keine große Rolle, die Tiere sollten halt ein anderes Zuhause finden. So, und nun sitzt man da, hat einen Käfig mit 2 Wellensittichen drin und von nichts einem Plan außer der Tatsache, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Vögel handelt, die ganz offensichtlich Körner zu fressen bekommen. Der nächste Weg war dann die Beschaffung von Informationen. Das Internet ist ein herrliches Medium, hier findet man alles. Okay, da war aber nun manches auch etwas widersprüchlich. Wir merkten recht schnell, dass das Thema „Wellensittich“ doch „ein wenig“ umfangreicher ist. Also Google hoch und runter, 2 Forenanmeldungen und vom nächsten Einkauf habe ich dann Literatur zu Hause angeschleppt. Als erstes merkten wir, dass der Käfig deutlich zu klein war, also musste ein neuer her. Gesagt getan, wir hatten auch nützliche Infos, wie so ein Käfig beschaffen sein sollte. Die Wochen vergingen. Augenscheinlich ging es den beiden gut. Sie fraßen, spielten und flatterten auch lustig durch das Wohnzimmer.

Zwischenzeitlich hatten die Federlosen (also wir) sich weiter in die Materie eingearbeitet. Wir hörten zum Beispiel, dass Wellensittiche gern auch Obst, Gemüse und Wildkräuter fressen. Das sie gern baden gehen. Das sie gern Dinge benagen. Oh ja, inzwischen hatten sie sich auch ganz gut an einer Wand zu schaffen gemacht. Aber was uns am meisten Bauchschmerzen bereitete, war die Tatsache: Wir beiden gehen jeden Tag 9 Stunden arbeiten. Das sind 9 Stunden, wo die beiden allein sind. Wir haben aus dem Internet immer lesen könne, das 2 ein Minimum sind, 4 aber besser. So beschlossen wir, noch einen Hahn sowie eine Henne dazu zu holen. Tja……aber wo? Züchter bei Google eingegeben. Nun hatten wir eine ganze Reihe von Züchtern. Was wir aber nicht wussten, (woher denn auch?) dass um diese Jahreszeit keine Abgabetiere vorhanden waren, da die Zuchtsaison ja noch gar nicht angefangen hatte. Wir haben die Homepages abgeklappert und irgendwie aus dem Bauch heraus für uns interessante Züchter angeschrieben. Lauter Absagen, da war nichts drin, weder Jungtiere, noch ältere. Und dann….eines sonntags…BINGO!!!!!!! Die Antwort, das 2 Abgabetiere vorhanden wären, Fotos würden uns zugeschickt werden. Da haben wir vor dem PC gesessen und im 3 Minuten-Takt F5 gedrückt. Dauerte auch gar nicht lange und schon hatten wir die Bilder. Was wir sahen gefiel uns. Natürlich wussten wir nicht, welche Farbschläge, aber die beiden sahen halt hübsch aus. Und schon war der Termin zum Besuch abgemacht, wir also ins Auto gesprungen und dann……

 

……traf uns erst mal der Schlag. Aber im durchweg positiven Sinne. Da steht man jetzt also beim Herrn Hansen im Garten. Die Homepage war ja schon sehr beeindruckend gewesen. Aber auf einmal sieht man eine tolle Außenanlage mit lauter schönen Wellensittichen drin. Wow. Und dann bekamen wir natürlich vieles erklärt. Uns wurde gezeigt, worauf man beim Kauf eines Wellensittichs zu achten hat. Und wieder waren wir schlauer. Wir durften ganz viel Fragen stellen, von Haltung, über Ernährung, bis hin zum Käfig, wir waren knappe 2 Stunden dort, und haben anschließend nicht nur 2 hübsche Vögelchen, sondern auch ein riesiges Paket an neuem Wissen mit nach Haus getragen. Der Kontakt hielt sich stetig weiter. Wir fragten, er antwortete, und wir waren sehr happy. Und unsere 4 Budgies auch.

 

Irgendwann später stolperten wir buchstäblich in einer Zoohandlung über eine Voliere. Mhm……ist ja eigentlich auch viel schöner für die Kleinen, mehr Platz, kann man ein paar Zweige mehr zum abnagen rein hängen, naja…..und vielleicht noch 2……??????

Nach kurzem messen und beraten, war das Ding auch schon gekauft, 1,50m breit, 1,20m tief und 1,80m hoch, das war schon ein Unterschied. Kaum hatten wir jedoch die Voliere wirklich aufgebaut, hatten wir den ersten toten Wellensittich zu beklagen. Er musste eingeschläfert werden, da er an einem Tumor litt. Natürlich waren wir endlos traurig. Aber wir mussten uns auch schnell was Neues Ausdenken. Denn nun saßen die übrig gebliebenen 3 in der Voliere, und die beiden Hähne stürzten sich auf die Henne. Irgendwie war das Gleichgewicht nicht mehr vorhanden. Wir also wieder zu Michael Hansen, Problem vorgetragen, besprochen, und diesmal hatten wir eine 1A Albino-Henne im Gepäck.

 

Und hier trat irgendwie der Wendepunkt ein. Nachdem wir jetzt 4 Vögel hatten, das Wissen stetig stieg und sie uns immer mehr Freude bereiteten, schauten wir uns täglich die Homepage von Michael Hansen an. Dort wurde und wird immer noch zur aktuellen Zuchtvorbereitung ein Tagebuch mit sehr ausführlichen Informationen geschrieben. Mit der Brut vom Frühjahr 2009 stand für uns fest, dass wir ganz gerne eine dieser tollen Rainbow-Wellensittiche haben möchten. Da uns aber 5 als krumme Zahl erschien, und in unser Voliere ja genug Platz vorhanden war, haben wir uns nicht nur einen Rainbow reservieren lassen, sondern auch gleich noch eine wunderhübsche australische Scheckenhenne in blau-weiß. Nun haben wir ja wie gesagt täglich das Zuchttagebuch verfolgt und dabei sind wir irgendwie hibbelig geworden. Man muss dazu sagen, dass der Kontakt zu Michael immer noch recht stetig war und wir aus Blödelei mal darüber gesprochen haben wie es wäre, selbst zu züchten. Dieser Gedanke hatte sich inzwischen eingebrannt. Dazu muss man erwähnen, dass wir uns inzwischen einiges an Wissen antrainiert hatten, aber lang noch nicht so viel um uns auf eine Zuchtgenehmigung vorzubereiten. Später durften wir bei Michael mal die Nistkästen reinigen, die Jungvögel und Küken halten, und das war bis dahin einer der größten Momente, seit wir mit Wellensittichen in Berührung kamen.

 

Ganz „nebenbei“ hatten wir uns inzwischen ein Häuschen mit großem Garten gekauft. Die nächste Phase besteht darin, die Zuchtvorbereitungen in der Theorie und Praxis zu gestalten. Also eine Einkaufsliste mit allem nötigen Material zu beschaffen, sowie die Planung der Aussenanlage, Homepage…..ach ja und ein bisschen lernen sollte man für eine Zuchtgenehmigung auch.

 

So.......wir sind jetzt im Dezember 2009 und unserem Ziel wieder ein Stückchen näher gekommen. Das neue Häuschen ist bezogen, alles ist so weit eingerichtet und unsere mittlerweile 11 Wellis fühlen sich "Pudelwohl" in ihrem neuen Revier. Die Planung, wo die Außenvoliere mit dem Schutzhaus stehen soll, ist auch abgeschlossen und die Grundausstattung, die wir zur Zucht benötigen ist bestellt. Jetzt können wir nur hoffen, dass es schnell Frühling wird, damit wir mit dem Bau der Außenanlage beginnen können und dann schnell den Amtstierarzt zu uns einladen, damit er unsere Anlage begutachten kann und uns die ZG abnimmt.

Um uns selber noch ein X-Mas Geschenk zu bereiten, haben wir unseren Schwarm noch um 3 weiter Wellis erhöht, die erst einmal in unserem Quarantäneraum untergebracht sind. Bilder folgen natürlich, wenn die sich ein wenig eingewöhnt haben. Unser Zuchtstamm ist somit komplett und nun kann es ganz schnell Frühling werden.......

Da wir auf Grund des Wintereinbruchs gemerkt haben, das unser Grundstück nicht besonders geschützt ist gegen Wind und Wetter, haben wir uns entschlossen unsere Zuchtanlage nach innen zu verlegen. Da unser Haus über ein komplett mit Bodenfliesen ausgelegten Hauswirtschaftsraum verfügt, ist das der ein perfekter Raum für die Zuchtboxen, Absetzboxen und auch eine Voliere. Auf die Idee musste uns allerdings erst ein befreundeter Züchter stoßen, diesen Raum vom "Katzenzimmer" in ein "Vogelzimmer" umzubauen. Also Fliesen für die Wände kaufen und auf geht's mit der Grundsteinlegung.

Februar 2010: Unser Vogel- / Zuchtzimmer ist nun auch fertig gestellt und der Termin mit Amtstierarzt zur Abnahme der Zuchtgenemigung ist gemacht. Jetzt warten wir ein paar Tage ab, bis sich die Clowns an ihr neues Zuhause gewöhnt haben und dann beginnt die Zuchtvorbereitung. Das bedeutet die Clowns schon einmal mit dem richtigen Futter zu versorgen, damit sie nach (hoffentlich) erfolgreicher Abnahme der ZG auch sofort zur Zucht angesetzt werden können.

05 März 2010: Gestern war unser großer Tag und ein Traum für uns sollte in Erfüllung gehen. Der Amtstierarzt hatte sich angekündigt und sollte uns die Sachkundeprüfung abnehmen und somit die Zuchtgenehmigung erteilen. Er kam auch mit etwas Verspätung, aber er kam und das war die Hauptsache. Er fragte uns auch gleich Zielstrebig nach unsrer Voliere und Zuchgelegenheit und "bestaunte" unsere selbstgebaute Voliere und die aufgestellten Zuchtboxen mit allem drum herum. Danach fragte er nach unserem Quaratäneraum, den wir ihm präsentierten und ging es zur eigentlichen Sachkundeprüfung ins Wohnzimmer. Dort befragte er uns über die wichtigsten Krankheiten und den Krankheitsverlauf der Psittakose. Nach einigen Fachfragen sagte er dann: Ich schaffe es diese Woche nicht mehr, aber nächste Woche bekommen sie ihre Zuchtgenehmigung zugeschickt". daraufhin verabschiedete er sich und wir hatte es geschafft !!!! Wir dürfen unsere Clowns zur Zucht ansetzten!

Das sind waren bis heute unsere  Aufgaben, was unsere Wellensittiche betrifft. Alles weitere über den Verlauf unsrer Zucht könnt ihr dann im Zuchttagebuch oder unter der Rubrik Abzugeben nachlesen.

 

 

© Copyright Oktober  2009 Anja & Sebastian Schütt.

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